"Weißenhorn steht Hand in Hand" NUZ 21.09.2016

Foto: Andreas Brücken

Rund 2500 Schüler haben am Mittwoch eine Menschenkette rund um die Altstadt gebildet. Das sollte nicht die einzige symbolträchtige Aktion an diesem Vormittag bleiben. Von Sabrina Schatz

Die Kirchturmglocke schlägt 11 Uhr – und Weißenhorn hält inne. Wo zuvor Kinder schnatterten und kreischten, kehrt Ruhe ein. „Pscht“, flüstern noch ein paar Lehrer, oder „Los geht’s“. Rund 2500 Schüler greifen sich an den Händen und bilden eine meterlange Kette, die sich über die Hauptstraße, Östliche Promenade, den Kirchplatz, durch das Obere und Untere Tor schlängelt. Dann, nach sieben Minuten, trennen sich die Hände wieder, beginnen zu klatschen oder zu winken. Dann werden rund 30 Trommeln laut und rufen die Kinder und Jugendlichen mit ihrem Rhythmus auf den Kirchplatz. Jemand schwenkt eine Fahne in Regenbogenfarben durch die Luft, Luftballons hüpfen über den Köpfen der Menge.

Mit der Menschenkette wollen die Weißenhorner Schulen ein Zeichen setzen für Frieden und Solidarität, pünktlich zum Weltfriedenstag am  21. September. Und nicht nur damit: Auf einer Bühne vor der Pfarrkirche fand ein einstündiges Programm zu dem Thema statt. 97 Luftballons mit Friedensbotschaften, eine pro Klasse, stiegen in den blauen Himmel. Fünf Schüler lasen eine Friedenserklärung vor, unterzeichnet von allen sieben Schulen – vom Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium bis zur Montessorischule. „Wir verurteilen die große Zahl an Kriegen und terroristischen Anschlägen“ oder „Wir erklären uns bereit, Konflikte mit Mitteln des Dialogs zu lösen“, riefen die Jugendlichen ins Mikrofon. Die hunderten Schüler, Lehrer, Eltern und anderen Zuschauer applaudierten, jubelten. Dann sangen alle zusammen „We shall overcome“, ein Lied aus Zeiten der Amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Die Textzeilen lauten: Wir werden es überwinden, wir gehen Hand in Hand, wir werden in Frieden leben.

Euphorische Momente wie diese hatte sich Organisator Franz Snehotta erhofft. Am Morgen, eine Stunde vor der Aktion, hatte er noch gesagt: „Ich habe mir viele Gedanken über die Frage gemacht: Schaffen wir es, ein Gefühl, eine Botschaft zu vermitteln? Es soll mehr sein als nur ein schulfreier Tag.“ Denn vorab habe es kritische Stimmen gegeben: Manche seien der Meinung gewesen, dass sich Kinder nicht in gesellschaftspolitische Themen einmischen sollten. Der Aufwand der Aktion sei zu groß, habe es geheißen – wofür die Straßensperren, Polizisten aus Weißenhorn und Neu-Ulm, die Sanitäter, die rund 20 Ordner? Als wollte Snehotta diesen Einwänden etwas entgegensetzen, rief er später auf der Bühne: „Schaut euch um! Wenn jeder nur einen Funken dieser Stimmung mitnimmt...“

Dem stimmte Bürgermeister Wolfgang Fendt zu: „Die gesamte Zukunft der Stadt hat sich versammelt.“ Man müsse den schlimmen Geschehnissen dieser Welt etwas entgegnen. Die Botschaft der Aktion sei, dass in Weißenhorn keine allgemeine Gleichgültigkeit herrsche. Damit bezog sich Fendt auf die Friedensbotschaft Papst Franziskus’, der diesen Missstand in der Welt unlängst anprangerte.

Das letzte Mal, als alle Schulen samt Musikschule zusammenkamen, liegt einige Jahre zurück: „Es muss die Einweihung des Brunnens auf dem Kirchplatz gewesen sein – vor etwa 15 Jahren“, vermutet Snehotta. Tatsächlich war der logistische Aufwand groß. Ein genauer Zeit- und Ortsplan war notwendig. Dafür hatten die Lehrer Verständnis, die mit ihren Klassen aus verschiedenen Ecken der Fuggerstadt zum zugeteilten Sammelplatz kamen und Wartezeiten locker sahen. „Zum Glück haben wir Eltern als Begleitpersonen dabei“, sagte Sibylle Fischer, Lehrerin der Grundschule Süd. Die Kinder seien aufgeregt, ein bisschen „hibbelig“ gewesen, es sei ein besonderer Tag.

In den vergangenen Monaten haben sich die Klassen auch im Unterricht mit dem Frieden beschäftigt: Sie töpferten Peace-Symbole, backten Tauben aus Teig, falteten Kraniche aus Papier oder gingen auf Wallfahrt. In den nächsten Wochen wollen die Organisatoren und Mitwirkenden die Aktion reflektieren und auswerten.

 

Quelle: http://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Weissenhorn-steht-Hand-in-Hand-id39139822.html

weitere Bilder und Text der RSW unter: 
Weltfriedenstag der Weißenhorner Schulen

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