Projekttag "Menschenrechte"

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde am 10.12.1948 in Paris verabschiedet, und seither gilt dieser Dezembertag als „Internationaler Tag der Menschenrechte“.  Genau aus diesem Anlass heraus terminierte die Weißenhorner Realschule den zum zweiten Male mit den 9. Klassen durchgeführten Projekttag „Menschenrechte“ im Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg in Ulm eben wieder auf den 10. Dezember. 

Wie schon im letzten Schuljahr, so entschied man sich jedoch aufgrund der hohen Schülerzahl (ca. 140 Schüler/innen der fünf neunten Klassen) dazu, die Exkursion auf zwei Tage zu verteilen.

Zuerst wurden dabei die Jugendlichen in Kleingruppen durch die Anlage des früheren Konzentrationslagers geführt, wobei sie neben dem Gelände und der ehemalige KZ-Kommandantur vor allem auch die Häftlingsunterkünfte besichtigten. Dabei erhielten die Schüler einen realistischen Blick auf den damaligen Haftalltag von Täter und Opfer. Schnell begriffen die Neuntklässler diese Anlage als einen historischen Ort des Verlustes der elementaren Grundrechte eines Menschen. Besondere Betroffenheit erzeugten dabei die menschenunwürdigen Unterkünfte (Eiseskälte, Beengtheit, Keller ohne Tageslicht, Latrinen) und die Ausführungen darüber, mit welcher physischer und psychischer Grausamkeit die Inhaftierten monatelang aus reiner Willkür heraus entwürdigt und schließlich zerbrochen wurden. Die ehrenamtlichen Expertinnen stellten aber während der eindrucksvollen Rundgänge auch immer wieder Bezüge zur Gegenwart her und bauten somit Brücken zu den sich anschließenden Workshops

Dort konnten die Jugendlichen zwischen den beiden Themen „Kinder- und Jugendrechte“ und „Flüchtlinge“ wählen, um sich dann unter der Leitung weiterer ehrenamtlicher Spezialisten aktiv damit auseinanderzusetzen.

Hubert Miesauer