"Friedenssymbol: 2500 Weißenhorner Schüler bilden riesige Menschenkette" SWP 22.09.2016

Foto: Matthias Kessler

8 Schulen. 2500 Schüler. 100 Luftballons. In Weißenhorn fand am 21. September eine Friedensfeier der Superlative statt. Von Agnes Hilger

Irgendwas ist anders an diesem Mittwochvormittag. Die Hauptstraße ist gesperrt, an jeder Ecke der Innenstadt stehen Polizisten, leiten unzählige Schüler über die Straßen. Zusammen mit ihren Lehrern laufen sie zu völlig unterschiedlichen Orten irgendwo in Weißenhorn. Plötzlich bleiben sie stehen, haben scheinbar ihr Ziel erreicht.

Um 11 Uhr löst sich das Rätsel. Die Kirchenglocken läuten, langsam wird es still unter all den Kindern und Jugendlichen. Sie haben sich in einer Reihe aufgestellt, links und rechts einen Lehrer oder Mitschüler an der Hand genommen. Jeder Einzelne tut nicht viel, steht eigentlich nur da. Alle zusammen präsentieren etwas Großes: Eine Hand in der anderen setzen sie ein Zeichen für den Frieden.

Es sieht sehr einfach aus. 2500 Schüler stellen sich auf, nehmen sich sieben Minuten an der Hand. Aber hinter der Menschenkette stehen unzählige Treffen, Telefonate, Stadtpläne und Schwierigkeiten. Noch kurz vor 11 Uhr läuft Franz Snehotta, Initiator des Großprojekts von der Pax-Christi-Friedensgruppe, auf dem Kirchplatz zwischen neugierigen Eltern und Passanten hin und her. Hier spricht er ein Wort mit Mitarbeitern vom Roten Kreuz, dort eines mit einer Lehrerin. Es gibt letzte Soundchecks auf der Bühne vor der Kirche. Dann ist alles bereit und die Glocken beginnen zu läuten.

Als sie verstummen, steigt Snehotta auf die Bühne. Die Realschulband sitzt schon im Hintergrund. Manche Schüler lösen sich voneinander, andere gehen weiter als kleine Menschenkette hin zum Kirchplatz. Von dort ist Trommelmusik zu hören. Aus allen Richtungen kommen Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrer, bis der Platz vollkommen bunt ist. Nachdem Snehotta die Schüler begrüßt hat, steigt auch Bürgermeister Wolfgang Fendt auf die Bühne. „Täglich werden Menschen verletzt oder vertrieben“, sagt er. „Dem müssen wir entgegenwirken. Wenn zweieinhalb Tausend sich für den Frieden versammeln, dann ist das etwas Besonderes.“

Lea und Celine von der Weißenhorner Realschule haben wie viele andere ein Plakat mitgebracht. Drei weiße Friedenstauben sind zu sehen und das Wort „Ungerechtigkeit“ in grauen Buchstaben. Die Realschüler haben das Plakat im Kunstunterricht gemalt. Der Frieden ist keine einmalige Angelegenheit, die mit dem Weltfriedenstag wieder aus den Gedanken verschwinden kann. Jede Schule hat sich vorbereitet oder gibt dem Frieden auch weiterhin eine Rolle im Schulalltag. „Es wäre schade, wenn der Frieden nur an diesem einen Tag thematisiert wird“, sagt Georg Schmid, Vertrauenslehrer an der Mittelschule. An seiner Schule gibt es jedes Jahr ein Thema, mit dem sich die Schülermitverantwortung der Schule beschäftigt. In diesem Schuljahr soll es das Thema Frieden sein. Dann zückt Schmid seine Kamera, fotografiert seine Schülerin Sara, die gerade auf der Bühne steht. Mit fester Stimme liest sie einen Teil der Weißenhorner Friedenserklärung vor. „Wir verurteilen die große Zahl von Kriegen, Kampfhandlungen und terroristischen Anschlägen auf der gesamten Welt mit unzähligen toten und verletzten Menschen.“ Dann stimmen Nicole, Alexandra, Noah und Louisa, begleitet von der Realschulband, das Friedenslied an. Sara steht schon wieder in der Menge, hält ein Friedensplakat in den Himmel.

In der Ferne sieht man dort noch hundert bunte Luftballons. Mit Snehottas Worten „Für den Frieden, fertig, los“ haben einige Viertklässler sie zuvor fliegen gelassen. Blitzschnell hat der Wind die Luftballons und die daran befestigten Friedenswünsche fortgetragen. Alle Klassen haben diese Wünsche in den vorhergehenden Wochen vorbereitet, auf kleine Karten geschrieben. „Frieden soll überall herrschen“, hat die elfjährige Julia notiert.

Als die Big Band des Nikolaus-Kopernikus-Gymnasiums sich nach dem Schlussstück verbeugt, brechen auch Julia und ihre Mitschüler auf und gehen zurück zu ihrer Schule. Snehotta kann gar nicht glauben, wie schnell alles über die Bühne gegangen ist. „Es war sehr viel zu tun, aber ich bin rund um glücklich.“

Quelle: http://www.swp.de/ulm/lokales/kreis_neu_ulm/Friedenssymbol-2500-Weissenhorner-Schueler-bilden-riesige-Menschenkette;art1222882,4015407

weitere Bilder und Text der RSW unter: 
Weltfriedenstag der Weißenhorner Schulen

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