Realschule feiert die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus“ mit Tanz, Musik und Theater

Als erste Schule im Landkreis Neu-Ulm ist die Realschule Weißenhorn mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet worden. Bei dem bundesweiten Projekt ist die Einrichtung als 1928. Schule dabei. Schulleiter Hubert Miesauer war sichtlich gerührt, als er vom Regional-Koordinator des Projektes die Urkunde überreicht bekam. „Ich bin sehr stolz auf meine Schüler. Da geht einem wirklich das Herz auf.“

Im Rahmen der Preisverleihung fand ein bunter Abend statt, der sich mit vielen Aspekten rund um die Themen Diskriminierung und Rassismus beschäftigte. An die 80 Schüler, Lehrer und Helfer waren im Einsatz. Die Theater-Arbeitsgruppe unter der Leitung von Lehrerin Lea Kronmüller beschäftigte sich beispielsweise mit dem schulnahen Thema Mobbing. Außerdem führten die rund ein Dutzend Schüler ein Stück gegen Gewalt von Rechtsradikalen auf. Doch auch in Form von Liedern, Tanz oder selbstproduzierten Video-Dokumentationen beschäftigen sich die Schüler mit der Thematik. Viele ehemalige Schüler standen zudem auf der Bühne.

Die Idee bei dem Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ mitzumachen, kam ursprünglich von Deutschlehrerin Marion Braun. Sie war bei Fortbildungen auf das Programm aufmerksam geworden – ohnehin habe es an der Realschule schon öfter Projekte, die sich mit Fragen rund um Menschenrechte und Toleranz beschäftigen. Beispiele seinen Workshops mit Amnesty International und Exkursionen zur Gedenkstätte am Oberen Kuhberg. Für sie habe sich die Initiative als „roter Faden“ durch den Stundenplan angeboten. Im Lehrerzimmer und bei den Verantwortlichen sei der Vorschlag schnell gut angekommen, so Braun. „Wir wollen den Schülern ja auch Werte mitgeben und sie nicht nur Fächer pauken lassen.“

Um die Auszeichnung zu erhalten, hatten Schüler, Lehrer Elternvertreter im Vorfeld ihre Unterschrift abgeben müssen – eine Selbstverpflichtung gegen Mobbing und Intoleranz. Mit 92 Prozent wurde dieerforderliche Marke mit Leichtigkeit genommen. Von nun an verpflichten sich alle Unterschreiber zu drei Punkten: Erstens, zur Entwicklung von Projekten, die sich mit dem Thema Rassismus und dessen Überwindung auseinandersetzen. Zweitens, Auseinandersetzungen an der Schule konstruktiv und ohne Gewalt zu lösen, und drittens, mindestens ein Mal im Jahr ein Projekt zum Thema „Diskriminierung“ auszuführen.

Doch die Auszeichnung ist eigentlich erst der Anfang, wie Lehrerin Braun erklärt. „Wir haben ja eine Verpflichtung unterschrieben, dass wir das weiterführen möchten.“ Deshalb seien weitere Projekte, Workshops vorgesehen – und auch ein Wahlunterrichtsfach zu dem Thema ist an der Realschule Weißenhorn in Planung.

(Annika Gonnermann, Neu-Ulmer Zeitung, 23.11.2015)


Quelle: Bunte Vielfalt statt Intoleranz - http://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Bunte-Vielfalt-statt-Intoleranz-id36152847.html