Aktionen - Schuljahr 14/15

Internationales Theaterprojekt zum Thema "Menschenrechte" SWP vom 18.11.2014

Südwestpresse, Dienstag, 18. November 2014, von Claudia Schäfer (SWP)

Mit einem Theaterprojekt über Landes- und Staatsgrenzen hinweg bringen Acht- bis Zehntklässler der Realschule Weißenhorn gemeinsam mit Jugendlichen aus Langenau und Turin das Thema Menschenrechte auf die Bühne.

Weißenhorn. Seit Jahren gibt es an der Realschule Weißenhorn immer wieder Projekte, die sich mit Menschenrechten und Menschenrechtsverletzungen beschäftigen. So begeisterten die Schüler im Februar über 200 Zuschauer mit der Aktion „Menschenrechte machen Schule“, bei der sie literarisch-musikalisch-künstlerisch auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machten. Am 22. November wollen sie etwas ganz Neues wagen: An diesem Abend feiert das internationale Theaterprojekt „Theatre für EU“ - „menschenRECHTE/MENSCHENrechte“ in der Fuggerhalle Premiere.

Mit dabei sind neben 18 Weißenhorner Achtklässlern zehn Jugendliche der Friedrich-Schiller-Realschule Langenau und 38 Schüler des Turiner Instituto Superiore Marie Curie. Begleitet werden sie von den beiden italienischen Theaterpädagogen Davide Palo und Marco Pejrolo sowie der Langenauerin Petra Klavehn, die das Projekt organisiert.

Wie das Stück heißen wird oder ob es namenlos bleibt, wie lange es dauert und welchen Inhalt es hat, wie die Kulissen aussehen und wie die Kostüme, erarbeiten die Jugendlichen derzeit in mehreren Wochenend-Workshops. Nichts ist vorgegeben, die Jugendlichen haben freie Hand. Auch die Grundbegriffe mit denen sie sich angesichts des großen Themas Menschenrechte beschäftigen, nämlich Respekt, Dialog und die Einsamkeit trotz aller sozialen Netzwerke, haben sie sich selbst ausgesucht: Was bedeuten beide Begriffe im Alltag, was passiert, wenn Menschen den Respekt voreinander verlieren und nicht mehr miteinander reden? Theaterpädagoge Palo hat gute Erfahrungen damit gemacht, jungen Leuten Raum zu geben, auch wenn es um schwierige Themen geht. Wichtig seien Zusammenarbeit und Kreativität. Und es gehöre auch die Erfahrung dazu, sich einen Aspekt „erkämpfen“ zu müssen: „Der Weg ist das Ziel.“ Hilfe von den Theaterpädagogen gebe es nur wenn nötig: „Das beste Zeichen dafür, dass alles gut läuft, ist, wenn mich die jungen Leute rauswerfen und sagen, dass sie arbeiten wollen.“ Trotz aller Freiheiten betont Palo den künstlerischen Anspruch an das Projekt: Natürlich gehe es um „gutes Theater“ und darum, den Jugendlichen verschiedene Darstellungsmöglichkeiten zu zeigen.

Für Lea Kronmüller, Lehrerin an der Weißenhorner Realschule, steht der pädagogische Anspruch im Vordergrund: Es sei „toll zu sehen, wie manche Schüler aus sich herausgehen.“ Begeistert sei sie vom Engagement der Jugendlichen, die viel Freizeit für das Projekt opferten und „richtig traurig“ seien, wenn sie an einem Probentag wegen Krankheit fehlten. Kronmüller ist sich sicher, dass sich die Jugendlichen noch lange an das Projekt erinnern werden, was ihr Langenauer Kollege Wilmar Jakober bestätigt, dessen Schule seit zehn Jahren mit den italienischen Regisseuren zusammenarbeitet. Davide Palo selbst kann von Freundschaften erzählen, die vor Jahren bei solchen Projekten entstanden und immer noch halten.

Gespannt warten alle Beteiligten auf den 19. November. Dann werden die Schüler aus Deutschland und Italien in den drei Tagen bis zur Premiere zum ersten Mal gemeinsam an dem Theaterprojekt arbeiten. „Arbeitssprache ist natürlich Englisch“, freut sich Lea Kronmüller, die die Fremdsprache an der Realschule unterrichtet. Die Turiner Schüler werden während der Generalprobenphase und bis nach der Premiere bei Gasteltern unterkommen. Am Morgen nach der Aufführung in Weißenhorn geht es dann im Bus nach Turin, wo Weißenhorner und Langenauer bis zum 26. November bleiben. Das Gruppenerlebnis, so Petra Klavehn, sei sehr wichtig“ für die Jugendlichen.

Das bestätigen einige Jugendliche aus Langenau und Turin, die im letzten Jahr bei einem ähnlichen Projekt mitmachten. Einige Leute hätten „so viel Selbstbewusstsein“ bekommen, so die 15-jährige Selina. „Wir haben gelernt, zusammen zu arbeiten, ernsthaft zu arbeiten und kreativ zu sein“, erklärt der 16-jährige Frederico. „Diese Erfahrung war das Interessanteste und Nützlichste in elf Schuljahren…“

INFO: Zu sehen ist das internationale Theaterprojekt “menschenRECHTE/MENSCHENrechte“ am Samstag, 22. November um 19.30 Uhr in der Weißenhorner Fuggerhalle. Karten gibt es im Sekretariat der Realschule und an der Abendkasse.