Aktionen - Schuljahr 16/17

Besuch bei Pfarrer Erstling

Ökumene - was ist das?

Gehört hatten wir den Begriff schon einmal. Doch was bedeutet er genau? Wenn man nachschlägt, erfährt man, dass Ökumene, auch „Oikumene“ im Griechischen, für die „bewohnte Welt“ steht. 

Als sich das Christentum in den ersten Jahrhunderten und darüber hinaus immer mehr ausbreitete, bekam „Ökumene“ die Bedeutung „zur Kirche als Ganzes gehörig“ bzw. “allgemeine kirchliche Gültigkeit besitzend“. Heute wird der Begriff in erster Linie durch die Entwicklung und das Selbstverständnis der Ökumenischen Bewegung bestimmt. 

 

Unsere 8. Klasse beschäftigt sich momentan im Religionsunterricht mit dem Thema „Evangelische, katholische Kirche und der Auftrag, eins zu sein. “ Im Austausch über bisherige Berührungspunkte mit anderen christlichen Konfessionen in der Schule entstand der Wunsch, die evangelische Kreuz-Christi- Kirche in Weißenhorn kennen zu lernen. Die Pfarrei wird seit 1998 von Pfarrer Erstling betreut, der uns sehr herzlich begrüßte und sich eine ganze Schulstunde für uns Zeit nahm.  Man merkte sofort, dass die evangelische Kirche schlichter gehalten ist als unsere Stadtpfarrkirche in Weißenhorn. Am 20. Juli 1900 wurde das evangelische Bethaus für 600 Mitglieder in Weißenhorn eingeweiht und vom Pfarrer in Holzschwang mitbetreut. Infolge der gewaltsamen Vertreibung der deutschen Bevölkerung  aus den Ostgebieten des ehemaligen Deutschen Reiches nahm die Zahl der Evangelischen auch in früher rein katholischen Landstrichen zu, so dass die Gründung neuer evangelischer Gemeinden notwendig wurde. Das evangelische Pfarramt in Weißenhorn besteht seit 1949.

Heute hat die evangelische Gemeinde über dreitausend Gemeindemitglieder, die in dreißig verschiedenen Ortschaften wohnen. Sie umfasst Weißenhorn, Pfaffenhofen, Roggenburg, Witzighausen und Bibertal. Im Sinne der Ökumene werden nicht nur gemeinsame Gottesdienste gefeiert, man hilft sich auch mit den Räumlichkeiten aus. So erzählte uns Pfarrer Erstling, dass die evangelische Gemeinde aus Platzgründen das Fest der Konfirmation in Weißenhorn in der Maria Himmelfahrt Kirche und in Pfaffenhofen in der St. Martin Kirche gefeiert hat, dabei wurden auch die  katholischen Christen herzlich dazu eingeladen.  

Sehr interessant ging es baugeschichtlich weiter. Die ganz im neugotischen Stil gestaltete Kirche wurde zuletzt im Jahr 1999 renoviert. Dabei wurde auch der Innenraum der Kirche umfassend verändert. So bekam die Kirche umlaufende Bänke und einen neuen Altar. Eine Weißenhorner Besonderheit sind die Permanente-Tafeln. Diese sind nicht wie üblich aus textilem Material, sondern aus gestanztem Stahlblech gefertigt und bieten eine einfache Möglichkeit, Altar und Kanzel in der jeweiligen Kirchjahresfarbe mit religiösen Symbolen zu schmücken. So waren wir sehr überrascht, dass das Evangelienbuch mehrere Farben hat, z.B. ist violett die Farbe für die Advent- und Passionszeit. 

Da wir unsere ökumenischen Gottesdienste immer in der katholischen Kirche Maria Himmelfahrt feiern, war es für uns sehr interessant, das Gotteshaus und das evangelische Gemeindeleben näher kennen zu lernen. 

Freundlich, kompetent und mit viel Humor wurden unsere Fragen von Pfarrer Erstling beantwortet.  Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, die evangelische Kirche zu besuchen. Außerdem war die Stunde sehr informativ und lehrreich. Wir konnten aber auch mit unserem Hintergrundwissen aus dem Unterricht überzeugen. 

Vielen Dank im Namen der Klasse 8 f und unserer Religionslehrerin Frau Krüger.

 

Enny-Marleen Kallenbach