Schulgeschichte

Aus der Geschichte der Schule

Mittlere Schulbildung, das bedeutet Schulbildung für breite Schichten der Bevölkerung, die über die allgemeine Volksschulpflicht hinausgeht. Dieser Zweig des "Allgemeinbildenden Schulwesens" hat in Weißenhorn Tradition mit dem Resultat, dass die Städtische Realschule die erste und somit älteste Einrichtung ihrer Art im Landkreis Neu-Ulm ist.

1898, also noch vor dem 1. Weltkrieg, stellt der Stadtmagistrat an das Mutterhaus der Franziskanerinnen in Dillingen den Antrag, eine Mädchenfortbildungsschule verbunden mit einer Industrieschule für "schulreife und schulpflichtige Töchter" zu eröffnen. Der Antrag wird abgelehnt, und zwar aus Raumgründen.

1900 erfolgen erneute Bemühungen, und diese sind erfolgreich, denn man kann im Herbst eine zweiklassige Mädchenfortbildungsschule eröffnen, wobei fünf klösterliche Lehrkräfte die ersten Schülerinnen im Gebäude der heutigen "Hirschapotheke" als neuem Schulhaus begrüßen können.

1918 erfolgt die Namensänderung in Mädchenmittelschule.

Das Jahr 1930 bringt den Umzug in das Fuggerschloss am Kirchplatz, wo die Schule ihr Domizil bis 1971 hat, z. T. jedoch mit Ausweichquartieren im Alten Schulhaus in der Schulstraße und im Evangelischen Gemeindehaus in der Kaiser-Karl-Straße.

1935 erfolgt eine erneute Namensänderung in Städtische Haushaltungs-und Haustöchterschule (Mädchenmittelschule). Die politischen Verhältnisse in Deutschland führen 1938 dazu, dass den Franziskanerinnen "die Schule entzogen wird", wie die wörtliche Formulierung vermerkt, und

1939 erhalten die letzten Schülerinnen ihr Zeugnis der Mittleren Reife; die Schule wird geschlossen.
Auf Drängen der Bürger der Stadt Weißenhorn beschließt im September 1945 die Stadtverwaltung die Wiedereröffnung der Mädchenmittelschule, für die 75 Anmeldungen vorliegen, jedoch erweist sich der Wiedereinzug in das alte Schulgebäude als äußerst schwierig: "Die Türen ohne Klinke, die Fenster entweder ausgehängt oder durchgeschlagen ....... alles ist gestohlen ......"

Am 18. Februar 1946 beginnt für 66 Mädchen der Unterricht. Trotz widriger Umstände steigt die Zahl der Schülerinnen ständig, zumal bis 1959 die Mädchenmittelschule Weißenhorn die einzige Bildungsstätte für Mädchen in den Kreisen Neu-Ulm und Illertissen ist, nunmehr als Mädchenrealschule, zuerst dreistufig, dann vierstufig. Die Zahl der Schülerinnen erhöht sich weiter, obwohl in Neu-Ulm, Vöhringen, Krumbach, Pfuhl Realschulen eröffnet werden, und die Raumnot führt dazu, dass teilweise an drei verschiedenen Standorten Unterricht gehalten werden muss: für Schülerinnen und Lehrkräfte eine auf Dauer unzumutbare Situation.

Eine Lösung bietet sich an, als der Kreistag den Bau eines Realschulgebäudes in Pfuhl beschließt, das als baugleicher Komplex auch in Weißenhorn erstellt wird und in das zu Beginn des Schuljahres 1971/1972 die Städtische Mädchenmittelschule einziehen kann.

1977 ziehen sich die Dillinger Franziskanerinnen aus der Leitung der Schule zurück; die Stadt Weißenhorn bestellt einen weltlichen Schulleiter. Gleichzeitig werden verstärkt Bemühungen unternommen, den Knaben des Raumes Weißenhorn den Zugang zu dieser Realschule zu eröffnen, die bisher unter oft sehr großen Strapazen die benachbarten Realschulen erreichen müssen und dabei gleichzeitig an der Mädchenrealschule "vorbeifahren".

1978 beschließt der Kreistag die Umwandlung der Schule in eine Städtische Realschule für Knaben und Mädchen, nicht zuletzt ein Verdienst der damaligen Kommunalpolitiker Bürgermeister Baur und Landrat Schick.

1987 Nach rund zweijähriger Bauzeit erhält die Schule ihre erste eigene Sporthalle.

1991 Nach zwanzig Jahren werden die alten Elektronachtspeicheröfen durch eine zeitgemäße Gaszentralheizung in Verbindung mit Solarzellen ersetzt.

1999 Nach einem ganzen Jahr der Vorbereitungen und Proben wird eine Eigenadaption des bekannten Musicals "Buddy" unter der Beteiligung von 145 Schülern und 30 Lehrern mehrfach aufgeführt.

2000 Die Schule wird 100 Jahre alt und zählt somit zu den ältesten und traditionsreichsten in ganz Bayern.

2001 Die groß angelegten eigentlichen Jubiläumsfeiern stellen einen Höhepunkt in der bisherigen Schulgeschichte dar. Zum Jubiläum erscheint eine Schulchronik in Buchform (erhältlich an der Schule, bei der Stadt Weißenhorn oder im örtlichen Museum). Mit dem laufenden Schuljahr beginnt die Umwandlung zur "R6".

2001 wird auf der Basis von Elternspenden eine Fahrradüberdachung errichtet.

2003 Das Musical "Tabaluga", ein weiteres Glanzlicht, wird mit großem Erfolg fünfmal aufgeführt.

2004 Als erste Maßnahme einer Pausenhofgestaltung werden acht Ahornbäume gepflanzt.
Zum Ende des Schuljahres 2004/05 wird Realschulrektor Uwe Kohl nach über 28 Jahren als Schulleiter verabschiedet. Gleichzeitig erhält der letzte Jahrgang aus der vier-stufigen Realschule seine Abschlusszeugnisse. Der Wandel zur "R6" ist somit vollzogen. Die neue Schulleitung - erstmals verstärkt durch einen 2. Konrektor - tritt ihre Arbeit an.

Pünktlich zum neuen Schuljahr 2005/06 übergibt der Landkreis Neu-Ulm nach nur rund dreimonatiger Bauzeit einen neuen Schultrakt in Modulbauweise aus drei Räumen seiner Bestimmung. Die langjährige beklemmende Raumnot für die mittlerweile knapp 800 Schüler und 48 Lehrer ist gelindert.

Im November 2008 wird die langjährige Sekretärin Marianne Zuchtriegel verabschiedet, Andrea Maunz übernimmt deren Stelle.

Im April 2010 präsentiert die Realschule anlässlich der 850-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt Weißenhorn mit "Kaleidoskop" in Wort und Bild eine Zeitreise durch die Jahrhunderte. Eine an drei Abenden ausverkaufte Stadthalle und die euphorische Presse spiegeln den großen Erfolg dieser Schulfamilienveranstaltung (neben ca. 100 Schüler/innen agieren auch Lehrer und Eltern) wider.

Im Schuljahr 2010/2011 startet die Realschule mit der Einrichtung einer sogenannten Musik-Theaterklasse in der 5. Jahrgangsstufe. Wie erfolgreich dort gearbeitet wird, zeigen drei ausverkaufte Vorstellungen des Kindermusicals „Der Räuber Brumbubu und die Prinzessin Süssüsan“ im Historischen Stadttheater.

Nach dem tragischen Tod unseres langjährigen Hausmeisters Anton Schaufler übernimmt im Dezember 2010 Herr Jürgen Riedl dessen Tätigkeit.

Mit Beginn des Schuljahres 2011/2012 bietet die Städtische Realschule im Anschluss an den Vormittagsunterricht auch ein zusätzliches Betreuungs- und Bildungsangebot an. Diese sogenannte „Offene Ganztagesschule“ umfasst eine Mittagsverpflegung, eine Hausaufgabenbetreuung unter Lehreraufsicht und verschiedenartige Freizeitangebote.
19 Schülerinnen und Schüler aus den 5. und 6. Klassen nehmen im ersten Jahr dieses Angebot wahr.

Mit dem Schuljahr 2012/2013 startet die Realschule damit, die „Menschenrechtsbildung in der Schule“ als einen festen Baustein einer nachhaltigen Werteerziehung in ihr Schulleben zu integrieren, um so v. a. bei den Schüler/innen ein Bewusstsein und eine Sensibilität für Menschenrechtsverletzungen zu erzeugen, die aber nicht unbedingt nur in anderen Ländern stattfinden, sondern auch vor der eigenen Haustür.

Am 25.01.2014 wird Weißenhorn „Fairtrade-Stadt“ und die Realschule trägt durch vielfältige Aktivitäten dazu bei, damit die Kriterien für diesen Titel auch in Zukunft erfüllt werden.

In den Osterferien 2014 beginnt die Generalsanierung der Realschule, die in vier zeitlichen Bauabschnitten erfolgen wird. Ende 2016 soll die Schule somit in neuem Glanz erstrahlen. Diverse Klassen und Fachräume müssen dazu jeweils in die auf dem Schulhof errichteten mobilen Klassenzimmer („Container“) ausweichen.

Mit Beginn des Schuljahres 2014/2015 kann der Sportunterricht in unserer nagelneue Turnhalle stattfinden, und am 19. Oktober 2014 ist es endlich soweit, die Halle wird nun auch offiziell eingeweiht und auf den Namen „Fuggerhalle“ getauft.

Am 31.07.2015 wird Herr Dieter Kreuzpaintner verabschiedet. Ab dem 01.08.2015 übernimmt Herr Hubert Miesauer dessen Stelle als Schulleiter, zugleich tritt Frau Isabelle Gourmet ihr Amt als Zweite Realschulkonrektorin an.

Am 29.07.2016 wird Herr Manfred Till verabschiedet. Ab dem 01.08.2016 tritt Herr German Rapp dessen Stelle als Konrektor an.