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Zielsetzung und Bildungsauftrag der Realschule

Zielsetzung und Bildungsauftrag der Realschule sind in konzentrierter Form in Art. 8 des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes (Bay EUG) und im Lehrplan für die sechsstufige Realschule festgelegt. Die Realschule vermittelt eine breite allgemeinbildende und berufsvorbereitende Bildung.

Sie ist gekennzeichnet durch ein in sich geschlossenes Bildungsangebot, das auch berufsorientierte Fächer einschließt. Sie legt damit den Grund für eine Berufsausbildung und eine spätere qualifizierte Tätigkeit in einem weiten Bereich von Berufen mit vielfältigen theoretischen und praktischen Anforderungen. Ebenso legt die Realschule die Basis für die schulischen Voraussetzungen für den Übertritt in weitere Bildungswege bis zur Hochschulreife und im beruflichen Bereich.

Als sechsstufige Realschule führt sie die Schülerinnen und Schüler – in der Regel im Anschluss an die Grundschule – von der 5. bis zur 10. Jahrgangsstufe. Sie gibt ihnen die erforderliche Zeit und Kontinuität für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit und ermöglicht eine intensive und – durch ihre Wahlpflichtfächergruppen (ab der 7. Jahrgangsstufe) – gleichzeitig flexible Gestaltung von Unterricht und Schulleben, um grundlegende Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen für das Berufsleben oder den weiteren Schulbesuch zu erwerben. Über den Eintritt Ihres Kindes in diese sechsstufige Realschule wollen wir Sie hiermit informieren. Die Realschule baut in ihrer sechsstufigen Form grundsätzlich auf der bestandenen 4. Jahrgangsstufe auf.

Ihr Ziel, erreicht durch den erfolgreichen Besuch einer 10. Klasse und eine erfolgreiche Abschlussprüfung, ist der Realschulabschluss: „Der mittlere Schulabschluss im Sinne dieses Gesetzes wird durch das Abschlusszeugnis einer Realschule nachgewiesen“ (Art. 25 I 1 Bay. EUG). Entsprechend sind das Fächerangebot und die Lernanforderungen mit allgemeinbildenden, berufsorientierenden und ‑vorbereitenden Schwerpunkten aufgebaut.

In der 5. und 6. Jahrgangsstufe

überwiegt der Grundgedanke, den schulischen Übergang zu schaffen, Grundlagen auszubauen und die besonderen Begabungs- und Leistungsrichtungen eines Kindes zu erkennen. Der Unterricht wird deshalb noch nicht differenziert und nach einer einheitlichen Fächer- und Stundentafel erteilt:

Jahrgangsstufe 5 6
Religionslehre / Ethik 2 2
Deutsch 5 5
Englisch 5 4
Mathematik 5 5
Geschichte - 2
Erdkunde 2 2
Biologie 2 2
Musik 2 2
Kunsterziehung oder Textiles Gestalten 3 2
Projektunterricht 1 -
Lesen und Verstehen 1 -
Sport 2 2
Informationstechnologie - 2

 

Ergänzungsunterricht

Zusätzlich zum regulären Unterricht erhalten Schüler, die punktuelle Schwierigkeiten in den Kernfächern Deutsch, Englisch oder Mathematik haben, am Nachmittag durch Fachlehrkräfte der Schule eine weitere Stunde in diesen Fächern.

In den 5. und 6. Klassen dient dieser Ergänzungsunterricht an unserer Realschule dem Ziel, die Schülerinnen und Schüler mit ihren unterschiedlichen Lernvoraussetzungen bedarfsgerecht und individuell zu fördern.

Auch in späteren Jahrgangsstufen werden bei Bedarf Förderstunden eingerichtet.

Wahlangebote

sollen über die Fächer des Pflichtunterrichts hinaus Interessen fördern und Fähigkeiten entwickeln. Angeboten werden, abhängig von den Lehrerstunden:

  • im musischen Bereich: Chor, Instrumentalunterricht, Theater, Showtanz
  • im sozialen Bereich: Hobbyküche, Schülerzeitung, Schülerbücherei
  • im kommunikationstechnischen Bereich: Informatik, Medien-AG
  • Englisch-Konversation
  • Mathematik-Übungen
  • Differenzierter Sport
  • Musik-Theater-Klasse

Die Wahlpflichtfächergruppen

Die Aufgliederung in Wahlpflichtfächergruppen setzt in der sechsstufigen Realschule bereits mit der 7. Jahrgangsstufe ein. Gerade darin ist einer der Vorteile dieser Form zu sehen: Für die Profilfächer der einzelnen Wahlpflichtfächergruppen stehen damit vier Schuljahre bis zum Realschulabschluss zur Verfügung, so dass in diesen Fächern der Lernweg der Schülerinnen und Schüler wesentlich weniger unter Druck als früher in der vierstufigen Form steht. Die Wahlpflichtfächer sind in der Schulordnung wie folgt charakterisiert:

Wahlpflichtfächergruppe I
verstärkt den Unterricht in den Fächern Mathematik, Physik und Chemie.

Wahlpflichtfächergruppe II
betont den wirtschaftlichen Bildungsbereich und bezieht deshalb als Profilfächer Betriebswirtschaftslehre / Rechnungswesen, Wirtschaft und Recht und Informationstechnologie in den Unterricht ein.

Die Wahlpflichtfächergruppe III a
setzt in der sechsstufigen Realschule mit ihrem Profilfach Französisch eindeutig einen kommunikationsorientierten, sprachlichen Akzent. Dazu kommt eine verstärkt wirtschaftliche Bildung (Wirtschafts- und Rechtslehre mit Einführung in das kaufmännische Rechnungswesen).

Hervorzuheben ist, dass mit den insgesamt 15 Wochenstunden Französisch die Anforderungen an die zweite Fremdsprache für den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife an der Berufsoberschule erbracht sind.

Die Wahlpflichtfächergruppe III b
lässt eine Wahl von stärker praxisorientierten Profilfächern als Schwerpunkt und viertem Prüfungsfach zu. An der Städtischen Realschule sind dies Kunsterziehung (erstes Profil- und Prüfungsfach) mit Informationstechnologie (zweites Profilfach).

Wahlpflichtfächergruppe I

Jahrgangsstufe 7 8 9 10
Religionslehre / Ethik 2 2 2 2
Deutsch 4 4 4 4
Englisch 4 4 3 4
Mathematik I 4 4 5 5
Physik 2 2 3 3
Chemie - 2 2 2
Biologie 2 2 - 2
Geschichte 2 2 2 2
Erdkunde 2 2 2 -
Wirtschafts- und Rechtslehre - - 2 -
Sozialkunde - - - 2
Sport 2 2 2 2
Musik 1 1 1 -
Werken 1 1 - -
Haushalt und Ernährung 2 - - -
Informationstechnologie 2 2 2 2

 Sie ist vor allem Schülern zu empfehlen, die sich für technische Berufe interessieren. Aber auch begabte Absolventen der Realschule, die in die Oberstufe des mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasiums übertreten wollen, sollten diese Wahlpflichtfächergruppe wählen. Beim Übergang zur Fachoberschule kommt vor allem die dortige Ausbildungsrichtung „Technik“ in Betracht.

Fächer der Abschlussprüfung sind Deutsch, Englisch, Mathematik I und Physik.

Wahlpflichtfächergruppe II

Jahrgangsstufe 7 8 9 10
Religionslehre 2 2 2 2
Deutsch 4 4 4 4
Englisch 4 4 3 4
Mathematik II 3 3 3 4
Betriebswirtschaftslehre / Rechnungswesen 3 3 3 3
Physik - 2 2 2
Chemie - - 2 2
Biologie 2 2 - 2
Geschichte 2 2 2 2
Erdkunde 2 2 2 -
Wirtschafts- und Rechtslehre - 2 2 -
Sozialkunde - - - 2
Sport 2 2 2 2
Musik 1 1 1 -
Werken 2 - - -
Haushalt und Ernährung 2 - - -
Informationstechnologie 1 1 2 1

 Schüler, die später einen kaufmännischen Beruf wählen oder im Verwaltungsbereich arbeiten wollen, sollten sich für diese Wahlpflichtfächergruppe entscheiden. Für begabte Absolventen dieser Gruppe steht auch der Weg in die Oberstufe des wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasiums und in die Fachoberschule, Ausbildungsrichtung „Wirtschaft, Verwaltung und Recht“, offen.

Fächer der Abschlussprüfung sind Deutsch, Englisch, Mathematik II und Rechnungswesen.

Wahlpflichtfächergruppe III a

Jahrgangsstufe 7 8 9 10
Religionslehre / Ethik 2 2 2 2
Deutsch 4 4 4 4
Englisch 4 4 4 4
Französisch 4 3 4 4
Mathematik II 3 3 3 4
Physik - 2 2 2
Chemie - - 2 2
Biologie 2 2 - 2
Geschichte 2 2 2 2
Erdkunde 2 2 2 -
Betriebswirtschaftslehre / Rechnungswesen 2 2 2 -
Sozialkunde - - - 2
Sport 2 2 2 2
Musik 1 1 - -
Werken 1 - - -
Informationstechnologie 1 1 2 -

Dieser Zweig empfiehlt sich eher für Schülerinnen und Schüler, die für sprachliches Lernen begabt sind. Für die Absolventen dieser Gruppe bietet sich neben schulischen Fortsetzungen (Fachoberschule und Oberstufe des Gymnasiums) eine Fülle von Berufen im kaufmännischen und sozialen Bereich sowie auch in der Verwaltung an, für die eine breitere Sprachenbeherrschung Voraussetzung oder zumindest von Vorteil ist und die in einer auf Europa orientierten Zukunft noch größere Bedeutung erhalten werden.

Fächer der Abschlussprüfung sind Deutsch, Englisch, Mathematik II und Französisch.

Wahlpflichtfächergruppe III b

Jahrgangsstufe 7 8 9 10
Religionslehre / Ethik 2 2 2 2
Deutsch 4 4 4 4
Englisch 4 4 3 4
Mathematik II 3 3 3 4
Kunsterziehung 3 3 3 3
Physik - 2 2 2
Chemie - - 2 2
Biologie 2 2 - 2
Geschichte 2 2 2 2
Erdkunde 2 2 2 -
Wirtschafts- und Rechtslehre - - 2 -
Sozialkunde - - - 2
Sport 2 2 2 2
Musik 2 - 1 1
Werken - 2 - -
Haushalt und Ernährung 2 - - -
Informationstechnologie 2 2 2 -

 Dieser Zweig empfiehlt sich für Schülerinnen und Schüler, die ihre Ziele hauptsächlich im kreativ-künstlerischen Bereich sehen. Für die Absolventen dieser Gruppe bieten sich neben schulischer Weiterbildung wie Fachoberschule (Fachrichtungen „Sozialwesen und Kunst“) oder Oberstufe eines Gymnasiums eine Fülle von Berufen im kreativ-künstlerischen und sozialen Bereich an.

Fächer der Abschlussprüfung sind Deutsch, Englisch, Mathematik II und Kunsterziehung.

Schlussbemerkungen

Die Entscheidung, welche Wahlpflichtfächergruppe ein Kind besucht, treffen grundsätzlich die Erziehungsberechtigten. Es gilt hervorzuheben, dass der Realschulabschluss ein allgemeiner mittlerer Schulabschluss (mittlere Reife) ist, der - unabhängig davon, in welcher Wahlpflichtfächergruppe er erworben wurde - alle Berechtigungen verleiht, die mit dem Realschulabschluss verbunden sind, so dass Sie ohne Angst, es für die Zukunft Ihres Kindes „falsch gemacht zu haben“, sich an seinen Neigungen und seiner Leistungsfähigkeit orientieren und den Zweig wählen können, der Ihrem Kind am meisten zusagt.