Aktionen - Schuljahr 17/18

Besuch der KZ-Gedenkstätte in Ulm

In der Woche vor den Weihnachtsferien besuchten alle sechs neunten Klassen die KZ-Gedenkstätte im Fort Oberer Kuhberg in Ulm. In dem Dokumentationszentrum befand sich von November 1933 bis Juli 1935 ein Konzentrationslager des Landes Baden-Württemberg. Mehr als 600 politische und weltanschauliche Gegner des NS-Regimes waren dort unter menschenunwürdigen, für uns heute kaum vorstellbaren, Bedingungen inhaftiert. Der bekannteste Insasse war Kurt Schumacher, dessen Einzelzelle wir auch besichtigten. Er beteiligte sich früh am Widerstand gegen das NS-Regime und wurde dafür fast zehn Jahre in verschiedenen Konzentrationslagern inhaftiert. 

Unter den ca. 80 frühen Konzentrationslagern ist es das einzige in Süddeutschland, dessen Gebäude und Gelände weitgehend unverändert erhalten und zugänglich sind. Heute lässt sich an diesem Erinnerungs- und Lernort exemplarisch der Übergang von der ersten deutschen Demokratie – der Weimarer Republik – zur NS-Diktatur nachvollziehen. Er zeigt die schnelle Etablierung des Terrorapparats nach der Machtergreifung Hitlers im Land und die Anfänge der nationalsozialistischen Konzentrationslager.

Am Eingang, der früher die Insassen mit NS-Fahnen und einem großen Hitlerbild empfing, liest man heute den Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.  Beim Rundgang durch die Gedenkstätte und dem Außengelände stießen wir durch die Erläuterungen unseres ehrenamtlichen Betreuers auf viele Beispiele, wie die Würde des Menschen tagtäglich gebrochen wurde. 

...und heute noch in vielen Staaten der Welt gebrochen wird. Und deshalb ist es wichtig, dass wir über die Vergangenheit Bescheid wissen, unsere Auge offen halten und uns für die Menschenrechte einsetzen.

 

Christa Megow